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Freiwillige Feuerwehr Hinterbrühl
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Liste der Kommandanten (Hauptleute ) Louis Edler
von MONTOYER Franz GROBMÜLLER Georg SITTNER Sen. Franz GROBMÜLLER Rudolf RÜCCKESHÄUSER Stefan SCHÖLL Georg KALCHER Ferdinand STEINMÜLLER Sen. Georg SITTNER Ferdinand STEINMÜLLER Sen. Ferdinand STEINMÜLLER Jun. Johann BESCHORNER Karl FRITSCH Otto KAUDELKA Anton GROBMÜLLER Franz Sittner sen. Franz Sittner jun. |
Falls Sie Erinnerungen, Geschichten, Fotos oder Anekdoten über die Feuerwehr Hinterbrühl haben, so senden Sie diese an den webmaster
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Spurweite vorne: |
1337mm |
Zylinderinhalt: |
2,21 Liter |
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Spurweite hinten: |
1350mm |
Zylinderzahl: |
4 |
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Eigengewicht: |
ca. 1550 kg |
2000 Umdrehungen in der Minute = 25 PS |
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Höchstgeschwindigkeit in der Stunde auf ebener,
trockener Fahrbahn ca. 40 bis 45km;
Lamellenkupplung. Vier Geschwindigkeiten nach vorne, eine für den
Rücklauf.
Hinterachsenantrieb, Fußbremse auf die Hinterräder, Handbremse ist eine
Getriebebremse.
Am 13. August 1924 starb Hauptmann Ferdinand Steinmüller sen. im 65. Lebensjahr. Der Verstorbene war 47 Jahre aktives Mitglied, davon 32 Jahre lang Hauptmann. Das Begräbnis mit der Beteiligung von rund 220 Feuerwehrmännern, darunter 30 Hauptleute, legte Zeugnis ab von der Wertschätzung des verstorbenen Mitgliedes in dieser Organisation.
Die Protokolle der folgenden Jahre berichten wiederholt von der Beschäftigung mit dem Problem der Alarmierung der Feuerwehrleute. Man will eine Klingelleitung zu den einzelnen Feuerwehrkameraden legen lassen, damit die Bevölkerung nicht durch Hornsignale beunruhigt werde, wenn es in den Nachbargemeinden brennt. Doch leider mußte dieses Vorhaben aufgegeben werden, da die Geldmittel fehlten.
Von den achtziger Jahren bis in die zweite Hälfte der dreißiger Jahre wurden während der Sommermonate in der Zeit zwischen 20 Uhr und 1 Uhr Nachtdienste eingerichtet. Sogar in der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde diese Gepflogenheit beibehalten, melden die Protokolle.
Trotz der wirtschaftlich und politisch schwierigen Lage ging der technische Ausbau der Freiwilligen Feuerwehr Hinterbrühl weiter. Schon im November 1930 wurde der Ankauf eines Rüstwagens ernsthaft erwogen. Bis zu den Osterfeiertagen des Jahres 1935 hatte man es geschafft. Der neue Rüstwagen wurde eingeweiht. Frau Hermine Niklas war Autopatin und wurde im November 1935 Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hinterbrühl.

Nach der Rüstwagenweihe mit Autopatin Hermine Niklas
Der kommende Krieg warf seine Schatten voraus. Der spanische Bürgerkrieg mit dem Einsatz der bis dahin unbekannten Luftwaffe rüttelte die Menschen auf. Am 5. Oktober 1936 organisierte die Feuerwehr Hinterbrühl die erste Luftschutzübung. Ein Jahr später wurde in der Oktober-Monatsversammlung der Antrag gestellt, eine Sirene anzuschaffen. Es wurden dafür auch Offerte eingeholt. Damals ahnte noch niemand, wie bald und wie oft solche Sirenen Angst und Schrecken auslösen würden.
Dann kam der 13. März 1938 und Österreich hörte zu existieren auf. Es wurde zu einem Teil des Nationalsozialistischen Deutschen Reiches.
Im Oktober desselben Jahres wurde die Hinterbrühl als Teil des 24. Bezirkes als eine der Randgemeinden Groß-Wien eingegliedert. Die Freiwillige Feuerwehr mußte sich der Berufsfeuerwehr Wien unterstellen. Die erste Inspektion in der Hinterbrühl von Seiten der Berufsfeuerwehr fand im Juni 1938 statt. In weiterer Folge wurde die Wehr auf Grund eines Reichsgesetzes in eine Feuerschutzpolizei umgewandelt. Die Mannschaft erhielt dunkelblaue Uniformen. Die Feuerschutzpolizei Hinterbrühl gehörte zur 8. Bereitschaft der Feuerlösch- und Entgiftungsgemeinschaft, die vor allem bei Luftangriffen zum Einsatz kam. Ab dem Frühjahr 1941 wurden, um den dezimierten Mannschaftsstand aufzufüllen, Männer zur Feuerschutzpolizei dienstverpflichtet, die auch an Übungen teilnehmen mußten.

Der Rüstwagen von 1935 war so nach 1945 aufgerüstet
Über die Zeit der sieben Kriegsjahre enthält die Chronik nur recht mangelhafte Aufzeichnungen. Die beiden Autos der Feuerwehr wurden in den letzten Kriegstagen verschleppt und fanden sich wieder in Oberösterreich. Den Rüstwagen bekam die Feuerwehr noch 1945 zurück, der Spritzenwagen gelangte über die Wiener Berufsfeuerwehr nach Perchtoldsdorf, wo er im Einsatz war. Ende 1953 wurde er zurückgegeben und in eigener Regie abgewrackt. Die makabre Szene der Frühjahrs- und Sommermonate des Jahres 1945 illustriert eine erschütternde Eintragung in unseren Aufzeichnungen: Am 5. April 1945 wurde der Hinterbrühler Feuerwehrmann Stefan Kolar bei einem Feuerwehreinsatz während Kampfhandlungen irrtümlich erschossen.
Die erste Versammlung nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches wurde am 26. Jänner 1946 abgehalten. Die Alarmierung wurde ab dieser Zeit mit der im Krieg auf dem Gasthof Mayer, Hauptstraße 53, montierten Luftschutzsirene durchgeführt. Bis 6. März 1946 — beginnend am 13. August 1924 - war Ferdinand Steinmüller jun. Hauptmann. Bei der Generalversammlung wurde er Ehrenhauptmann und trat aus Gesundheitsgründen in die Schutzrotte über. Neuer Kommandant wurde Johann Beschorner, der den Wiederaufbau der Feuerwehr einleitete.

Das erste Tanklöschfahrzeug Dodge
Am 3. Juli 1948 wurde ein Wasserwagen, Fabrikat Dodge, gekauft, der im Krieg bei den Amerikanern verwendet worden war. Er wurde im Selbstbau zu einem modernen Löschfahrzeug umgebaut und am 17. Oktober eingeweiht. Patin war Frau Ursula Mayer. Mit diesem Tanklöschfahrzeug war es der Feuerwehr gelungen, ihre Schlagkraft weiter zu erhöhen.

Mitglieder der Wehr (zum 80jährigen Gründungsfest)

Bei der Einweihung des leichten Löschfahrzeuges, Marke Dodge, mit
Pfarrer Konsistorialrat Franz Oelzelt und Autopatin Martha Trenker
In der Hauptversammlung vom 5. Jänner 1952 legte Kommandant Johann Beschorner seine Stelle aus Berufsgründen zurück. Der neue Kommandant heißt Karl Fritsch, sein Stellvertreter bleibt Otto Kaudelka. Er hatte diese Funktion seit 6. März 1946 inne, wurde aber in der Generalversammlung vom 15. Jänner 1955 selbst Kommandant und bekam Franz Fischer als Stellvertreter. 1954, mit der Rückgliederung der ehemaligen Gemeinden nach Niederösterreich, wird die Freiwillige Feuerwehr wieder selbständig, sie ist nicht mehr der Wiener Berufsfeuerwehr unterstellt. In der Zeit nach 1945 bis 1954 setzte sich der NO. Landeskommandant Karl Drexler für die freiwilligen Feuerwehren der Randgemeinden besonders ein. Bereits am 2. Dezember 1955 konnte ihr Wagenpark verbessert werden. Es wurde ein Dodge-Sanitätsfahrzeug aus dem Zweiten Weltkrieg von der Gemeinde Wien um 2.800 S angekauft und zu einem geschlossenen Löschfahrzeug umgebaut. Es bekam einen neuen Aufbau und eine Vorbaupumpe mit einer Leistung von 1200 Litern pro Minute. Das Löschfahrzeug wurde am 6. Juli 1958 nach einem Gottesdienst eingeweiht. Dafür wurde der Fiat-Rüstwagen verkauft. Er war 23 Jahre in Verwendung gewesen. Ebenfalls einen großen Fortschritt bedeutete der Einbau einer Nachtstrom-Heizung im Zeughaus im Oktober 1958. Erst von diesem Zeitpunkt an ist es möglich, bei Minusgraden das Löschwasser im Tankwagen zu lassen. Es sind wieder wertvolle Minuten gewonnen, um die die Feuerwehr schneller am Brandplatz ist. Ehrenhauptmann Ferdinand Steinmüller starb am 5. November 1960. Es wurde ihm ein würdiges Begräbnis bereitet und sehr viele Feuerwehrkameraden gaben ihm das letzte Geleit.

Tanklöschfahrzeug Opel Blitz

Aktive Mannschaft (zum 90jährigen Gründungsfest)
Im Mai 1961 wurde das Zeughaus umgebaut. Die Einfahrt wurde vergrößert und zwei neue Kipptore wurden montiert, so daß auch größere Fahrzeuge eingestellt werden können. Am 4. Oktober desselben Jahres konnte das inzwischen motorisch anfällig gewordene Dodge-Tanklöschfahrzeug durch einen Opel Blitz 36, Baujahr 1946, wieder von der Gemeinde Wien erworben, ersetzt werden. Es wurde mit einer neuen VW-Tragkraftspritze ausgerüstet. Der „neue" Tankwagen wurde am 20. Mai 1962 eingeweiht.
Im März 1963 wurden zwei schwere Atemschutzgeräte angekauft. Sie ermöglichen Bergung und Löscharbeit auch in stark verrauchten Räumen. Nach 1945 hatte unsere Feuerwehr immer nur alte Autos gekauft, die zu Einsatzfahrzeugen umgebaut wurden. Aber es zeigte sich, daß die Einsätze immer schwieriger und umfangreicher wurden und daß dafür perfekte Geräte notwendig sind, will man nicht Leben und Gesundheit der Helfer und der Gefährdeten aufs Spiel setzen. So wurde seit November 1964 der kostspielige Plan gehegt, einen neuen Tanklöschwagen mit einer Hochdruckpumpe zu kaufen. Am 7. November führte die Firma Rosenbauer einen Opel Blitz mit 1.000 Liter Löschwasser vor. Dieses Tanklöschfahrzeug wurde am 1. Juni 1966 bestellt und am 2. September von unserem Herrn Pfarrer Dr. Franz Jantsch eingeweiht. Die Patenstelle hatte Frau Rosa Schachinger übernommen.

Bei der Tanklöschwagenweihe mit Autopatin Rosa Schachinger, dahinter
Kommandant Otto Kaudelka
Da die Wehr seither über drei Fahrzeuge, aber nur über zwei Garagenplätze verfügte, wurde das leichte Löschfahrzeug in der Hauptschule untergebracht und nur die beiden Tankfahrzeuge blieben im Zeughaus. Seit Mai 1965 wurde immer wieder der Wunsch und die Notwendigkeit eines neuen Zeughauses diskutiert und bei der Gemeinde vorgebracht. Wegen Geldmangels mußte aber dieses Vorhaben immer wieder zurückgestellt werden. Seit 8. November 1967 besitzt die Hinterbrühler Feuerwehr für das neue Löschfahrzeug auch ein Funkgerät. Damit dieses Gerät auch bedient werden kann, absolvierten einige Mitglieder den Funkerlehrgang in der Feuerwehrschule Tulln.
Kommandant Otto Kaudelka starb am 7. Jänner 1968. Er war bis zur letzten Stunde um das Wohl der Feuerwehr besorgt. Sein Geist und Idealismus sollen uns immer Vorbild sein. Bei der Generalversammlung vom 3. Feber 1968 wurde Anton Grobmüller sein Nachfolger. Stellvertreter bleibt, wie schon seit 30. Jänner 1965, Hans Jakubowitsch.
Zur besseren Alarmierung der Feuerwehrleute wurde am 3. September 1969 eine zweite Sirene auf dem Haus unseres Kommandant-Stellvertreters, Hauptstraße 26, montiert.
Mit dem Jahresbeginn 1970 ist die Freiwillige Feuerwehr auf Grund des Gesetzes (NÖPFG) kein Verein mehr, sondern eine „Körperschaft öffentlichen Rechtes". Die Vereinsauflösung wurde am 7. März 1970 beschlossen. 1972 rückt mit der Ermittlung des Raumbedarfes für ein neues Zeughaus ein lang gehegter Wunsch in die Nähe der Verwirklichung. Im September 1972 wurden einige Architekten eingeladen, Planskizzen dafür anzufertigen. Das neue Zeughaus soll vier Einstellplätze für Löschfahrzeuge, einen Sanitärblock, eine Werkstätte und einen Geräteraum umfassen und in der Parkstraße gebaut werden. Von den dem Gemeindevorstand am 12. April 1973 vorgelegten Plänen wurde der des Herrn Arch. Boltenstern ausgewählt und in Auftrag gegeben. Mit den Abbruch- und Erdarbeiten wurde im Dezember 1973 begonnen. Am 9. August 1973 wurde beschlossen, einen neuen VW-Bus bei der Firma Liewers zu kaufen. Dieser Wagen wird für kleine Einsätze verwendet. Er wird auch mit Funk ausgerüstet. Der VW-Bus kostet mit Anhängerkupplung 116.000 S und wurde aus Eigenmitteln der Wehr bezahlt. Damit sind aber die Rücklagen der Feuerwehr fast erschöpft.
Außer der ständigen Einsatzbereitschaft nehmen alljährlich mehrere Mitglieder an Lehrgängen in der NÖ. Feuerwehrschule Tulln teil. Die durchschnittliche Dauer solcher Schulungen beträgt eine Woche.
Seit der NÖ Landesfeuerwehrverband Leistungswettbewerbe veranstaltet, ist auch die Hinterbrühler Wehr dabei. Am 5. April 1952 wurde erstmals beschlossen, eine Gruppe von 9 Mann zu entsenden. Diese Gruppe trat am 22. Juni 1952 an und errang das Leistungsabzeichen in Bronze. 1953 reichten die Leistungen sogar für das Leistungsabzeichen in Silber. Auch in den folgenden Jahren, zuletzt im Oktober 1973 in Hörn, beteiligten sich die Hinterbrühler Gruppen mit Erfolg. Bisher beschäftigte sich der Bericht hauptsächlich mit organisatorischen Fragen der Freiwilligen Feuerwehr Hinterbrühl, und ihre menschenfreundliche, aufopfernde Tätigkeit wurde kaum noch erwähnt. Es ist fast unmöglich, die Einsätze der Wehr zu erfassen, denn sie gehen in die Tausende und haben eine große Vielfalt: Einsätze bei Bränden, Hochwasser, Autounfällen, Bergung von Fahrzeugen mit Insassen bei Schneesturm auf der Autobahn, Bergung von Kindern und Tieren, die sich im Steinbruch heillos verstiegen hatten, Suchaktionen nach Menschen in großen Waldgebieten, Eingreifen beim Ausfließen von Öl. Immer und überall, wo Menschen oder Tiere in Not geraten, wo technische Unfälle oder Gebrechen auftreten, ruft man die Feuerwehr. Die Männer der Wehr kommen dann auf schnellstem Weg, oft eigener Gesundheit und ihres Lebens nicht achtend, um der in Not Geratenen zu helfen. Dazu braucht aber die Feuerwehr die verschiedensten Spezialgeräte, die immer wieder erneuert, verbessert, nachgekauft werden müssen. Wir haben in vielen Beispielen davon berichtet. Auf Grund eines NO. Landesgesetzes vom 19. Juli 1969 für das örtliche Feuerwehrwesen, sind für die Katastralgemeinde Hinterbrühl als Mindestausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr 2 Tanklöschfahrzeuge (TLF) mit je 1000 l Löschwasserinhalt, 1 leichtes Löschfahrzeug (LLF) und 1 Kleinlöschfahrzeug (KLF) oder 1 Rüstanhänger erforderlich. Die Hinterbrühler Wehr besitzt derzeit 1 TLF 10001 und 1 VW-Bus als KLF neuerer Bauart. Das zweite TLF hat das Baujahr 1946, das LLF sogar 1943, sie sind daher für die heutigen Verkehrsverhältnisse nicht mehr geeignet. Diese beiden Fahrzeuge müssen in naher Zukunft ersetzt werden. Es war und ist immer das Bestreben der Freiwilligen Feuerwehr Hinterbrühl, zum Schutz und Nutzen aller Gemeindebürger gut ausgerüstet zu sein. Doch leider fehlt noch sehr viel an Ausrüstung und Geräten, die unbedingt notwendig wären. Zum 100. Geburtstag unserer Wehr geht daher die herzliche Bitte an alle unsere Mitbürger, Gönner und Freunde und nicht zuletzt an unsere Gemeinde, um ihre Zuneigung und ihre finanzielle Unterstützung zum Wohle der Mitmenschen. Jede Hilfe für die Feuerwehr ermöglicht ihr, in der Not helfen zu können.
(Verfasst anlässlich des 100 jährigen Gründungsfest)

